„Erinnerung bedarf der Konkretisierung, und die erfolgt immer im Kleinen, also in der unmittelbaren Lebensumwelt.“ Diesen Gedanken des Historikers Wolfgang Benz greift dieses virtuelle Lern- und Erinnerungsportal auf und setzt ihn für den Bereich der Stadt Celle um. Celle war eine „ganz gewöhnliche“ Stadt, in der sich Aufstieg der NSDAP und die Gleichschaltung von Staat und Gesellschaft vollzog wie überall, in der politische Gegner verfolgt und rassistisch Ausgegrenzte diskriminiert wurden. Die Vernichtung der europäischen Juden hatte einen Anfang auch hier in der unmittelbaren Nachbarschaft, Opfer und Täter wohnten nebeneinander in den Mauern dieser Stadt. Es gibt einige Besonderheiten – so die prägende Rolle der Justiz, oder auch das Massaker vom 8. April 1945. Angelehnt an die historischen Orte wird ein stadtgeschichtlicher Zugang zum Nationalsozialismus eröffnet wie auch ein Beitrag zur lokalen Erinnerungskultur geleistet.

Rundgang

Die Vernichtung der europäischen Juden hatte einen Anfang auch in der unmittelbaren Nachbarschaft, Opfer und Täter wohnten in den Mauern dieser Stadt, und auch der Widerstand hatte seine eigenen Orte. 

Stadtplan Stationen des Rundgangs Stationen außerhalb des Rundgangs

  • Herzfeld
    Rechtsanwalt Manfred Herzfeld

    Im Mai 1921 trat Manfred Herzfeld (geb. 1887) in die Celler Rechtsanwaltskanzlei von Dr. Julius von der Wall, Mühlenstraße 25, ein. Dardurch wurde die...

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  • Otto Telschow (1876-1945)
    Otto-Telschow-Haus

    Das "Otto-Telschow-Haus" in der Trift 20/21 beherbergte ab 1936 die meisten Gliederungen der NSDAP. Die Stadt Celle hatte die in ihrem Besitz befindli...

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  • Foto vom Metallschild des Celler Landratsamts 1933-1945
    Landratsamt

    Bei der Kreistagswahl des Jahres 1929 hatte die NSDAP im Landkreis Celle nur zwei von 24 Sitzen erringen können. Die nach der Machtergreifung vorgezog...

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  • Einweihung
    Viktor-Lutze-Haus

    Das „Viktor-Lutze-Haus“ war das am 30. Oktober 1938 eingeweihte Haus des Deutschen Roten Kreuzes in der Fundumstraße 1. Namensgeber war der Oberpräsid...

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  • KZ-Kennzeichnung „Bibelforscher“
    "Ernste Bibelforscher" (Zeugen Jehovas)

    Die Glaubensgemeinschaft der "Ernsten Bibelforscher“ (Zeugen Jehovas) wurden in Preußen bereits im Juni 1933 verboten und anschließend verfolgt – unte...

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  • Städtische Union
    Städtische Union

    Die Städtische Union war der „größte und traditionsreichste“ Veranstaltungsort in Celle. Neben kulturellen fanden hier auch politische Veranstaltungen...

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  • Die Bahnhofstraße wurde umbenannt in Hindenburgstraße, der Thaerplatz in Adolf-Hitler-Platz.
    Hindenburgstraße und Hitler-Platz

    Als das Celler Bürgervorsteherkollegium nach der Kommunalwahl das erste Mal am 24. März 1933 zusammenkam, war neben Personalfragen das wichtigste Anli...

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  • Kopf der "Celler Kriegsbriefe", Nr. 1, Febr. 1941; erschinen im Verlag der Celleschen Zeitung.
    Cellesche Zeitung

    Betrachtet man die Celler Presse im Nationalsozialismus, sind zwei Zeitungen wichtig: die Cellesche Zeitung (CZ) und der Celler Beobachter (CB).

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  • Wohn- und Bürohaus in der Mühlenstraße 25
    Familie von der Wall

    Seit 1903 war Dr. Julius von der Wall (geb. 1872) Rechtsanwalt am Oberlandesgericht Celle. Mit seiner Frau Else (geb. 1884) wohnte er zunächst Am Groß...

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  • SA-Standarte 77 beim Propagandaeinsatz
    SA-Standarte 77

    Die SA spielte als militärisch organisierte Kampftruppe der NSDAP eine wesentliche Rolle im bei der Erringung der Macht. Die SA hatte nicht nur die Au...

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  • Gerichtsgefängnis, Ansicht vom Neumarkt (kurz vor dem Abriss)
    Gerichtsgefängnis

    Der Weg in ein Zuchthaus, in ein Konzentrations- oder Erziehungslager führte in Celle zumeist über das Gerichtsgefängnis, dessen Gebäude zwischen Mühl...

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  • Werbeanzeige aus: Celler Beobachter, 03.11.1933
    Stürmer-Laden

    Der sogenannte „Stürmer-Laden“ befand sich in der Hehlentorstraße 2c. Als Beispiel für das Angebot dieses Geschäftes ist ein „Sturm- und Kampfliederbu...

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  • Julius Wexseler war 1931 Schützenkönig des Schützencorps Neuenhäusen, er wurde im KZ Sachsenhausen ermordet.
    Julius Wexseler Textilgeschäft

    Julius Wexseler eröffnete 1905 in der Rundestraße 14 sein erstes Ladengeschäft für Textilien und Manufakturwaren. Im selben Jahr heiratete er seine Fr...

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  • Das Warenhaus Freidberg "Am Markt 5", um 1899
    Warenhaus Freidberg

    Das Handelshaus Freidberg beschäftigte bis zum Zwangsverkauf im Jahre 1936 etwa 60 Angestellte. Es war vor Karstadt das größte Kaufhaus in Celle, litt...

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  • Das Rathaus in den 1930er Jahren
    Rathaus

    Am 8. März 1933 wurde erstmals die Hakenkreuz-Fahne auf dem Celler Rathaus gehisst. SA, SS und Stahlhelm hatten vor dem Rathaus Aufstellung genommen, ...

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  • OLG-Gebäude mit Hakenkreuz-Fahnenschmuck zur 225-Jahr-Feier im Jahr 1936.
    Oberlandesgericht

    Die Nationalsozialisten wollten aus der Justiz ein willfähriges Instrument ihres Staates machen. Die Gerichte sahen sich einer Vielzahl von Maßnahmen ...

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  • Plakat einer Ausstellung des Reichnährstandes über "Rassenhygiene"
    Erbgesundheitsobergericht

    Zwischen 1933 und 1945 wurden im Deutschen Reich Hunderttausende gegen ihren Willen sterilisiert. Juristische Grundlage war das im Juli 1933 erlassene...

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  • Das Celler Schloß während einer Feier zum Gedenken an den "Marsch auf die Feldherrenhalle"; das Schloß war ab 1934 Sitz des Landeserbhofgerichts;
    Landeserbhofgericht

    In Umsetzung ihrer Blut- und Boden-Ideologie hatten die Nazis ein besonderes Erbrecht für Bauernhöfe geschaffen. In Celle wurde die oberste Instanz de...

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  • Schlosstheater Celle in den 1930er Jahren
    Schlosstheater

    Als die Nationalsozialisten an die Macht kamen, war das Schloßtheater bereits seit 1889 aus feuerpolizeilichen Gründen geschlossen. Dass das Theater 1...

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  • Bomann-Museum, Ansicht aus einem Fremdenführer der 1930er Jahre.
    Bomann-Museum

    Das Museum wurde 1892 als „Vaterländisches Museum“ eröffnet, der Neubau am heutigen Standort im Jahr 1907. 1928 wurde das Museum nach seinem ersten Di...

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  • Zwischen 1939 und 1945 arbeiteten fast 18.000 Zwangsarbeiter aus fast 30 Ländern im Landkreis Celle. Hier eine Aufnahme von Zwangsarbeiterinnen in Celle.
    Zwangsarbeiterlager

    Während des Krieges wurden Tausende von ausländischen Arbeitern in den von der Wehrmacht besetzten Gebieten zur Zwangsarbeit nach Deutschland verschle...

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  • Gedenkstein seit 1985
    Waldfriedhof

    Seit April 2015 informiert eine Tafel auf dem Waldfriedhof über das Geschehen und die Opfer vom 08. April 1945. Eingeweiht wurde sie zum 70. Jahrestag...

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  • Ausleihe, Katalogtische und Ausstellungsvitrine in der Städtischen Bücherei.
    Städtische Bücherei

    Bereits im November 1933 umriss die „Beratungsstelle für das Büchereiwesen in der Provinz Hannover“ die Aufgaben einer „Volksbücherei des neuen Staate...

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  • Vorladung an den ehem. KPD-Vorsitzenden Otto Elsner
    Gestapo-Außenstelle

    Der Außenposten Celle der Gestapo (Geheime Staatspolizei) war zunächst in der Hannoverschen Straße 54 (ein heute abgerissenes Haus neben dem KAV-Gymna...

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  • Eingangstor des jüdischen Friedhofs, Am Berge
    Jüdischer Friedhof

    1692 wurden den Celler Juden ein Gelände an der heutigen Straße "Am Berge" für die Anlage eines Friedhofs zugewiesen. Der älteste, noch erhaltene Grab...

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  • Das Werksgelände der Spinnhütte, ehemals "Vorwerksgasse", heute: "Am Wasserturm"
    Die Spinnhütte - NS-Musterbetrieb

    Die 1928 gegründete "Spinnhütte Seidenspinnerei und Weberei GmbH", später: "Mitteldeutsche Spinnhütte GmbH", entwickelte sich im Nationalsozialismus z...

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  • Das SS-Heim an der Dammschwiese in den 1930er Jahren (Ostseite)
    SS-Schulungsstätte

    Das Wohnhaus auf dem ehemaligen Anwesen von Albrecht Thaer ("Thaers Garten") am Ostende der Dammaschwiese wurde seit dem Juni 1934 vom SS-Sturm Celle ...

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  • Die Hermann-Billung-Schule am Nordwall bis zu seinem Abriss im Jahr 1971
    Hermann-Billung-Schule

    Obwohl die Hermann-Billung-Schule als national-konservativ ausgerichtete Oberrealschule für Jungen sich für den Nationalsozialismus und die meisten se...

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  • Reichsfrauenführerin Gertrud Scholz-Klink (links) am 18.6.1941 in Celle.
    Haus der Frau

    Die NS-Frauenschaft war 1931 als Zusammenschluss verschiedener Verbände gegründet worden, eine Gliederung der NSDAP wurde sie 1935. Ihre Aufgabe war z...

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  • Die SPD-Zentrale auf dem Großen Plan 22, gleichzeitig Geschäftsstelle der "Celler Volkszeitung"
    SPD und Celler Volkszeitung

    Die SPD war in der Weimarer Republik in der Stadt Celle bis zum Aufstieg der NSDAP die stärkste Partei mit 30 bis 40 % bei den Wahlen. Sie verfügte üb...

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  • Leuchtreklameschild des Schuhhauses Oskar Salomon um 1932
    Schuhhaus Salomon

    Seit 1910 bestand, zunächst in der Poststraße 4, dann ab 1914 in der Zöllnerstraße 35 und schließlich ab 1929 in der Poststraße 7, das Schuhgeschäft v...

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  • Leuchtreklameschild am Manufakturwarengeschäft S. Wolff
    Manufaktur- und Modewaren Wolff

    Im Oktober 1922 eröffnete Siegfried Wolff in der Zöllnerstraße 44 sein Manufaktur- und Modewarengeschäft. In der Pogromnacht wurde das Geschäft völlig...

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  • Das "Braune Haus", auf dem oberen Banner steht "Geschäftsstelle der NSDAP", unten wird für die "Niedersächsische Tages-Zeitung" geworben, deren Geschäftsstelle sich im Gebäude befand.
    "Braunes Haus"

    Die NSDAP stellte in der Endphase der Weimarer Republik in mancher Hinsicht den "modernsten" Parteityp dar: Mit straffer Organisierung und einem ideol...

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  • Bis 1938 war im Gebäude Mauernstraße 38, in dem heute das Eiscafé Venezia ist, das Manufakturwarengeschäft Hellmann.
    Manufakturwarengeschäft Hellmann

    Seit 1927 führte der Kaufmann Heinrich Hellmann (geb. 1894) ein Textilgeschäft in der Mauernstraße 38; vorher hatte er für einige Jahre sein Geschäft ...

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  • Hermann Müller (siehe Arwic-Widerstand) wird im Juli 1940 von der DAF im KZ Sachsenhausen über seinen Ausschluss aus der Organisation informiert.
    Deutsche Arbeitsfront (DAF)

    In Celle hatte die Deutsche Arbeitsfront (DAF) ihre Geschäftsstelle in der Mauernstraße 50, der Leiter war Stadtrat Fritz Schulze. Mitte der 1930er Ja...

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  • "Kraft durch Freude"-Laden in der Bergstraße 1a
    "Kraft durch Freude"-Laden

    Die NS-Gemeinschaft „Kraft durch Freude“ (KdF) war eine Unterorganisation der Deutschen Arbeitsfront. Ihre Aufgabe war es, die Freizeit der Bevölkerun...

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  • Stadtkirche Celle
    Ev.-luth.Kirche

    Der Totalitätsanspruch der nationalsozialistischen Herrschaft erstreckte sich auch auf die Kirchen. Der Versuch, über die Bewegung der „Deutschen Chri...

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  • Stolpersteine für die ermordeten Mitglieder der Familie Kohls vor ihrem Wohnhaus Bergstraße 10.
    Familie Kohls - "Judentaufe"

    Das Verhältnis zwischen Kirche und nationalsozialistischem Staat war in Stadt und Landkreis Celle ambivalent. Ein Beispiel für einen Konflikt zwischen...

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  • Familie Feingersch in den 1930er Jahren
    Familie Feingersch

    Isaak und Rebekka Feingersch (geb. 1885 und 1887) waren 1912 mit ihrer Tochter Marie von Odessa nach Frankfurt am Main emigriert. Dort arbeiteten die ...

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  •  Der Innenraum der Synagoge
    Synagoge

    Das Ausmaß der Zerstörungen der Pogromnacht am 9./10. November 1938 ließ den Historiker Wolfgang Benz von einem „Rückfall in die Barbarei“ sprechen. S...

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Texte, Fotos & Filme

Historische Dokumente, Bilder und Texte zur Geschichte des Nationalsozialismus in Celle. 

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